Marke, Recht und Anwälte

Anfang November 2025 wurde ich von einer Profilerin – DIE PROFILERIN – kontaktiert, die mir mitteilte, dass ich eine Markenrechtsverletzung begangen habe. Diese Nachricht löste sofort Unbehagen und den Drang aus, schnell zu reagieren, um hohe Kosten zu vermeiden. Die Profilerin setzte mir eine Frist von nur zwei Tagen, um mein Buch “Die Profilerin. Tatort Unternehmen: Wie Sie Täter erkennen und Erfolge sichern” einzustellen und alle Marketingmassnahmen zu beenden. Typisch deutsch: Druck ausüben, wenig Empfinden für eine wertschätzende Kommunikation und ein weit entferntes Denken von einer möglichen Kooperation. Nun gut, ich habe gelernt Ruhe zu bewahren.

Problem

In dieser angespannten Situation wusste ich, dass ich professionelle Hilfe benötigte. Ein Netzwerkmitglied empfahl mir eine Markenrechtsanwältin, Frau Dr. A.B. Nach Kontaktaufnahme per E-Mail erhielt ich jedoch nur eine verspätete schriftliche Einschätzung. In der Zwischenzeit wandte ich mich an einen anderen Anwalt, Herrn F. Bräuer, der eine strukturierte und transparente Herangehensweise bot. So führten wir im ersten Schritt ein telefonisches, kostenfreies Erstgespräch. Danach wurde mir eine Vollmacht sowie ein Mandatsvertrag zur Unterzeichnung zugestellt. Wir blieben weiterhin in Kontakt und haben das weitere Vorgehen jeweils besprochen.

Während ich mit Herrn Bräuer in Kontakt blieb und die nächsten Schritte besprach, erhielt ich nach zwei Tagen von Frau Dr. A.B. eine schriftliche Einschätzung, ohne vorheriges Telefongespräch. Daraufhin habe ich verspätet reagiert, da auch ich nur einen 24 Stunden Tag zur Verfügung habe. Dann kam die Rechnung: EUR 250.– pauschal. Aha, dachte ich mir. Sind wir bei der Fernsehpremiere “Wünsch dir was”? Auf mein Begehren hin, ein Telefongespräch zu führen, wurde mir total seriös per WhatsApp geantwortet (Zitat): “Dir ist als Dienstleisterin sicher bewusst, dass es dabei nicht um eine kostenlose Erstberatung handelt. Daher bitte ich dich die Rechnung zu begleichen”. Nein du blöde Henne, das war mir nicht bewusst, denn ich hätte zuvor gerne deinen Stundensatz gewusst und ein kostenloses Erstgespräch geführt, wie auf deiner fucking Website angegeben. Welcher normale Mensch nimmt eine Dienstleistung in Anspruch, wenn der Preis unbekannt ist? Anyway, nimm die EUR 250.– aber dein Vorgehen werde ich sicherlich nicht weiterempfehlen.

Die “one and only Profilerin”, die sich hinter der Marke versteckte, hatte mich nicht nur unter Druck gesetzt, sondern auch meinen Verlag Tredition kontaktiert, um den Buchdruck einzustellen. Ich versuche gerade meine Emotionen zu kontrollieren, um einen Namen für sie zu finden. Meine Gedanken versuchen ein völlig durchgeknalltes Fragment in menschlicher Hülle zu benamseln (benamseln = benennen auf CH-Dütsch). Erfolglos. Blöde Sau ist gerade ziemlich präsent. Somit entscheide ich mich für Plan B: Frau Unbekannt. Frau Unbekannt ist nicht nur Eventmanagerin, Zauberkünstlerin, KI-Spezialisten und the perfect Profiler sondern noch vieles mehr: Für den Arsch. Ihr Vorgehen führte zu weiteren Schäden und zusätzlichen Kosten durch den Schriftverkehr mit meinem Anwalt. Ihre E-Mails begannen bereits mit “anwalt@die-…”, was nicht gerade einladend wirkte. Frau Unbekannt war leider nicht Suzanne Grieger-Langer. Ich bin ein grosser Fan von ihr und ein Kontakt in welcher Form auch immer, wäre sicherlich befruchtend gewesen.

Lösung

Um die Situation zu entschärfen, entschloss ich mich, den Titel meines Buches aus Lästigkeitsgründen zu ändern. Glücklicherweise fand ich Unterstützung bei Partnern wie Marina Rudolph, einer Publishing-Spezialistin und Verena Blumenfeld für den Buchsatz. Gemeinsam arbeiteten wir an der Umsetzung und der Vergabe einer neuen ISBN-Nummer.

Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Erfahrung ist, dass bei einer Markenrechtsverletzung immer ein Anwalt hinzugezogen werden sollte. Die Bezeichnungen wie “Die Profilerin”, “Der KFZ Mechaniker” oder “Der Anwalt” sind nicht schutzfähig, da sie Berufsbezeichnungen darstellen. Madame Unbekannt hatte sich jedoch eine Wort-Bildmarke im deutschen Markenregister eintragen lassen, was die Situation weiter komplizierte.

Zusätzlich habe ich informative Links gefunden, die ich mir einen Einblick gaben:

Fazit

Die Erfahrung mit der Markenrechtsverletzung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, in solchen Situationen besonnen zu reagieren und sich rechtzeitig professionelle Unterstützung zu holen. Trotz der Herausforderungen habe ich wertvolle Lektionen gelernt und bin nun besser darauf vorbereitet, in Zukunft ähnliche Situationen zu meistern.

Bei Fragen oder wenn du ähnliche Erfahrungen gemacht hast, freue ich mich auf deinen Kommentar!

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